Post by Stefan Wintermeyer
Warum die lange Entwicklungsunterbrechung?
vutuv gibt es nun schon fast ein Jahrzehnt, doch es gibt eine jahrelange Lücke in seiner Entwicklung – was bei einem aktiven System ungewöhnlich ist. Insgeheim hoffte ich, dass es niemandem aufgefallen wäre. 😉 Natürlich ist das aber nicht der Fall, und ich würde die gleiche Frage stellen. Daher hier die Erklärung:
Krebs und Scheidung haben mich glücklicherweise beide nicht umgebracht, aber doch für einige Jahre aus der Bahn geworfen. Ein Projekt wie vutuv erfordert beträchtliche Zeit und Enthusiasmus, die ich einfach nicht aufbringen konnte.
Warum die Pause ein Glück war …
Anfangs investierte ich einen niedrigen sechsstelligen Betrag in die Entwicklung der ersten vutuv-Versionen. 😱 Wir arbeiteten zeitweise mit fünf Entwicklern parallel. Rückblickend muss ich feststellen, dass mir das Geld irgendwann ausgegangen wäre. Meine Zwangspause kam dieser Erkenntnis lediglich zuvor.
Im Jahr 2025 überlegte ich, ob ich mit Agentic Coding die fehlenden vutuv-Funktionen für „kleines Geld“ entwickeln könnte. Kurz gesagt: Ja, das war möglich und hat alles wieder in Gang gesetzt. Alles besser und alles auf dem aktuellen Stand der Technik. Und endlich der Anschluss an das Fediverse!
Wie es weitergeht …
Die berühmte Roadmap … tja … das Grundsystem steht. Ich werde noch zig Sachen verbessern, aber die ganze großen Steine sind alle aus dem Weg geräumt. Die Zukunft hängt jetzt vom Wachstum ab. Heute haben wir fast 6.000 aktive Accounts. Das ist nicht wirklich schlecht, aber natürlich noch viel zu wenig. Da fehlen noch Nullen. Mit diesen Nullen kann man irgendwann Werbung verkaufen und damit dann auch alles finanziell am Leben halten. Aktuell ist es quasi ein teures Hobby. Warum Werbung? Ich bin kein Freund von bezahlten “Premium”-Accounts. Auf vutuv soll jeder die gleichen Möglichkeiten haben.
Vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen.
Ich hoffe, dass es Dir wieder gut oder zumindest besser geht.
Bezüglich Finanzierung würde mir ein zweispuriges Modell gefallen, da ich mich sehr gerne von der Werbung freikaufen würde.
Geld lässt sich vermutlich am besten mit gezielter Werbung verdienen, und dazu musst Du (hoffentlich anonyme) Profile Deiner Nutzer erstellen. Davon gibt es aber wirklich genug, und wenn ich das verhindern kann, möchte ich das auch gerne tun.
Bezüglich Finanzierung würde mir ein zweispuriges Modell gefallen, da ich mich sehr gerne von der Werbung freikaufen würde.
Das sind Detailfragen. Alles lösbar. Aber darum mache ich mir Gedanken, wenn es so weit ist. Das dauert noch.
Geld lässt sich vermutlich am besten mit gezielter Werbung verdienen
Da bin ich mir nicht so sicher. Wie auch immer: Es wird eine Lösung, bei der ich den den Spiegel schauen kann. Nicht störend und fair.
Wäre interessant, was dann mit Leuten passiert, die Adblocker benutzen 🤔
Sollen sie. Stört mich Null.
Wollte mich mal damit aktiv beschäftigen, habe es aber noch nicht, habe mir allerdings dazu Gedanken gemacht: Die meisten Werbeanbieter benutzen Tracking und oft auch dark patterns. Das wilst du ja wahrscheinlich nicht und auch zu vutuvs Datenschutzerklärung passt das nicht. Was man also braucht, ist
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einen Werbeanzeigenpartner mit denselben Werten wie vutuv, der sich seine Werbepartner*innen bewusst aussucht und die den Werten entsprechen
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Generische Werbung ohne interessenbezogene Inhalte
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Generische Anzeigemethoden, also nichts, wo man möglicherweise Tracking verstecken kann (bspw. Bilder, die übers Backend geproxied werden)
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“Konventionelle” Werbung, bei der man keine Gegenleistung (PII) erbringen muss, sondern bei der es allein darum geht, dass Leute mit der Werbung erreicht werden
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etc.
Alles nicht so einfach, aber ich vertraue auf dich, dass du das hinbekommst 👍🏻
Als Ergänzung zu meinem letzten Posting:
Es wäre auch irgendwie schön, wenn vutuv ein Community-Projekt werden könnte. Das braucht leider langen Atem.
Es wäre auch irgendwie schön, wenn vutuv ein Community-Projekt werden könnte. Das braucht leider langen Atem.
Es kann heute schon jeder mitarbeiten. Das GitHub ist offen. MIT als Lizenz ideal.
Klar, aber vutuv hat die kritische Masse bis jetzt nicht..
Ich beteilige mich gerne als non-coding-contributor, weil mir die Idee gefällt und ich den Ansatz für vielversprechend halte.
Ein kleines Problem, das ich aktuell noch habe (aber ist ein Stück weit ein me-Problem), ist dass ich zwar programmieren kann, aber noch nie in Elixir programmiert habe. Ich beschäftige mich gerade damit und taste mich da heran, aber es wäre cool, wenn man bei den einzelnen Issues wüsste, ob es sich lohnt, dafür einen PR aufzumachen, oder ob das gar nicht so gewünscht ist. Mit anderen Worten: Wann ist ein Feature Request quasi “ready”? Wobei, dann liegt er im Zweifelsfall wahrscheinlich schon bei deiner KI, oder? Andere OSS-Communities benutzen manchmal ein “good first issue”-Label, was ich manchmal ganz cool als “Übungsaufgabe” finde, um reinzukommen 🤔
Das mit dem „good first issue“ ist eine sehr gute Idee. Ich versuche das mal umzusetzen.
Dumm ist halt, das man bei so was immer in der Versuchung ist es „schnell“ fertig zu machen. Ich muss mal schauen, ob sich ein Mittelweg realisieren lässt.
Was auf jeden Fall geht: Wenn Dich ein Issue interessiert, dann schreib es rein. Dann kann ich es Dir für ein paar Wochen reservieren.
Mir ist noch was eingefallen. Jeder kann dem Projekt helfen, auch wenn er/sie nicht programmieren kann:
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Das eigene Profil vervollständigen.
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Anderen von vutuv erzählen.
Ohne Übertreibung: Ein neuer vutuv Account ist für den Fortbestand von vutuv wichtiger, als 100 Zeilen neuer Code. Mund-zu-Mund-Propaganda!
Die Standardidee wären wohl kostenpflichtige Präsentationsseiten für Unternehmer und Gebühren, die Recruiter für die “Lizenz zum Jagen” bezahlen müssten. Aber dann wären wir wieder da, wo Xing und LinkedIn schon lange sind.
Im Prinzip ist es ein Systemproblem:
Herkömmliche Businessplatformen kassieren von “professionellen” Kunden, was wir nicht wollen, weil im Fediverse alle gleich sind.
Die anderen (vor allem die Job-Sucher) bezahlen mit ihren Daten, was wir nicht wollen, weil es unseren moralischen Kompass beschädigen würde.
Was tun?
Was tun?
Das Problem sind nicht die Einnahmen. Das Problem sind die Ausgaben.
Wie WhatsApp von Facebook gekauft wurde, hatten die 55 Mitarbeiter. 55! Die haben einen Verkaufspreis von 19 Milliarden US-Dollar erzielt. Mit 55 Mitarbeitern! Damals hatten die 450 Millionen aktive User jeden Monat. LinkedIn hat heute über 15.000 Mitarbeiter. Die haben eine ganz andere Kostenstruktur. Die müssen das alles bezahlen und entsprechend hohe Einnahmen erziehen.
Ich will das vutuv wie WhatsApp ist. Den gleichen technischen Kern (BEAM) haben wir bereits. Eine Plattform, die wenig Kosten erzeugt, die muss auch nicht so viel einnehmen. Dann reicht es auch, wenn man einmal am Tag bei jedem aktiven User eine Anzeige für eine Tüte Gummibärchen schaltet. Ganz ohne Tracking und Profiling.
Die technische Umsetzung von vutuv ist ein entscheidender Unterschied.
Die Standardidee wären wohl kostenpflichtige Präsentationsseiten für Unternehmer und Gebühren, die Recruiter für die “Lizenz zum Jagen” bezahlen müssten.
Das will ich nicht. Das widerstrebt mir. Menschen mit weniger finanziellen Möglichkeiten dürfen nicht bestraft werden.
Eine Möglichkeit, die noch gar nicht erwähnt wurde, sind Spenden. Wenn du auf GitHub (oder ein anderer Weg, solange es nicht ausschließlich PayPal und Stripe sind) ermöglichst, für vutuv zu spenden, wäre ich ganz vorne mit dabei, wenn das Werbung für mich und andere verhindern kann.
Eine Möglichkeit, die noch gar nicht erwähnt wurde, sind Spenden.
Ich kenne nur eine Plattform, die das mit Spenden in der Größenordnung hinbekommt: wikipedia.org
Und davor ziehe ich echt meinen Hut. Ich glaube das ist ein Einzelfall.
Wenn du auf GitHub (oder ein anderer Weg, solange es nicht ausschließlich PayPal und Stripe sind) ermöglichst, für vutuv zu spenden, wäre ich ganz vorne mit dabei, wenn das Werbung für mich und andere verhindern kann.
Das sind alles keine Probleme von heute. Ich wette mir Dir 20 Euro, das ich es zu dem Zeitpunkt schaffen werde, Werbung einzubauen, die Dich nicht nervt und wo Du sagen wirst “der Wintermeyer hatte Recht”.
Aber so weit sind wir noch nicht. Ein Schritt nach dem anderen.